Ich bin wie Ihr, ich liebe Äpfel (Herbst 2020)

200121 Apfel

2020 Eine Komödie von Therisia Walser
 

Aufführung

Aufführungen im Festpielgemeindehaus
Hildastraße 2/ Ecke Basler Straße (Lageplan)

Premiere Freitag, 9. Oktober 2020 um 19:30 Uhr
weitere Vorstellungen jeweils um 19.30 Uhr
Samstag, 10. und Sonntag, 11.. Oktober 2020
Freitag, 16. / Samstag, 17. und Sonntag, 18. Oktober 2020
Freitag, 23. / Samstag, 24. und Sonntag, 25. Oktober 2020

Eintrittspreis:
€ 15,- / ermäßigt € 12,- (Schüler, ALG II-Empfänger)

Abendkasse und Sektbar:
An den Aufführungstagen sind wir ab 18.45 Uhr für sie da.
siehe Hygienekonzept (hier klicken)

Vorverkauf:
Wer bereits im Frühjahr 2020 Eintrittskarten erworben und behalten hat, hat bei der Platzreservierung Vorrang, sofern sie/er sich bis zum 19. September meldet.

Am Samstag, 26. September 2020 können von 10.00 bis 12.00 Uhr im FestspielGemeindeHaus, Hildastraße 2 in Bad Säckingen Karten, abgeholt bzw. umgetauscht werden.

Kartenbestellungen telefonisch:
Ab Montag, 21. September, beginnt die allgemeine telefonische Kartenreservierung von Montag bis Freitag zwischen 17.00 und 19.00 Uhr unter Telefon 07761 – 99 875 60.

Bitte berücksichtigen Sie bei einer telefonischen Bestellung, dass wir alle ehrenamtlich tätig sind und rufen Sie bitte nur von Montag bis Freitag zwischen 17:00 und 19:00 Uhr an.

Online Kartenbestellungen sind für Aufführungen im Herbst 2020 nicht möglich.
Aufgrund der besonderen Umstände und der limitierten Anzahl von Sitzplätzen, werden wir keine Online Bestellungen bearbeiten.

Hygienekonzept (klicken Sie hier)

 

 

Informationen

Über das Stück
Bei Theresia Walser betreten drei Gattinnen von Diktatoren die Bühne. Es sind drei Frauen, denen großer Machtwille nachgesagt wird, die aber mehr oder weniger in der zweiten Reihe zu stehen schienen. Schon an den Namen zeigt sich, dass die Theaterfiguren einen realen Hintergrund besitzen. Eine Große Filmgesellschaft plant über die drei Diktatorengattinnen Margot, Imelda und Leila je einen Film zu drehen. Als Start dieses Vorhabens findet eine Pressekonferenz statt. Die drei Damen treffen im Backstage-Bereich aufeinander. Was sprechen sie hinter dem Vorhang? Und welche Rolle spielt der Dolmetscher?

„Ist die Wirklichkeit nicht überhaupt oft grotesker als auf der Bühne, in Filmen oder in Büchern, wo man als Leser oder Zuschauer sagen würde: Jetzt übertreiben sie aber mal wieder“ (Theresia Walser)

Der Titel „Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel" ist einem Gedicht von Muammar al-Gaddafi entnommen.

 

Margot Honecker
Geboren am 17.4.1927 in Halle (Saale) als Margot Feist. Die Kaufmännische Angestellte tritt 1946 in die SED ein. 1947 ist sie im Landesvorstand der Freien Deutschen Jugend (FDJ) für Kultur und Erziehung zuständig. 1949 reist sie als Mitglied einer Organisation nach Moskau zur Feier des 70. Geburtstags von Stalin. Dort lernt sie Erich Honecker, damals Vorsitzender der FDJ, näher kennen. Margot Feist wird 1950 jüngste Abgeordnete der Volkskammer. 1952 Geburt der Tochter Sonja. Vater ist Erich Honecker. Dieser lässt sich von seiner zweiten Ehefrau Edith Baumann scheiden und heiratet 1953 Margot. Margot Honecker wird 1963 Ministerin für Volksbildung der DDR. Gegen diverse Widerstände setzt sie den Wehrkundeunterricht mit praktischer Ausbildung an Waffen für die neunten und zehnten Klassen durch. Wegen ihrer auffällig gefärbten Haare erhält sie vom Volk den Spitznamen „Lila Drache“. Während der Wende 1989 muss Erich Honecker von seinen Ämtern als SED-Generalsekretär und Staatsratsvorsitzender zurücktreten. Zwei Tage später folgt der Rücktritt der Ministerin Margot Honecker. Die Honeckers müssen ihren Wohnsitz in der Funktionärssiedlung Wandlitz verlassen. 1990 fliehen sie nach mehreren Zwischenstationen in die chilenische Botschaft in Moskau. Gegen Erich Honecker wird wegen Amtsmissbrauch, Korruption und Schießbefehl an der Mauer ein Haftbefehl erlassen. Er wird nach Deutschland ausgeliefert. Ermittlungen gibt es auch gegen Margot Honecker, vor allem wegen über 7.000 Zwangsadoptionen und wegen der widerlichen Zustände in den Jugendwerkhöfen der DDR, insbesondere im Geschlossenen Jugendwerkhof in Torgau, wo „unbelehrbare“ Kinder mit Essensentzug und Einzelhaft bestraft wurden. Margot Honecker flieht zu ihrer Tochter nach Chile und die Ermittlungen werden eingestellt, da sie nun für die deutsche Justiz nicht mehr greifbar ist. Wegen einer Krebserkrankung wird Erich Honecker für verhandlungsunfähig erklärt. Er folgt seiner Frau nach Chile, wo er 1994 stirbt. Bis zuletzt stand die Urne mit seiner Asche in ihrer Wohnung auf einer Anrichte. Margot Honecker hat keine Kritik an ihrem eigenen Handeln zugelassen. Das Ende der DDR bezeichnete sie als Konterrevolution, gesteuert von Agenten des Westens. Auch der Schießbefehl sei nur eine Waffengebrauchsbestimmung gewesen. Es hätte keine Toten geben müssen. „Die brauchten ja nicht über die Mauern zu klettern, um diese Dummheit mit dem Leben zu bezahlen“. Margot Honecker verstirbt im Mai 2016 89-jährig in Chile.

 

Imelda Marcos
Wird am 2.7.1929 auf den Philippinen in Manila als Imelda Romuáldez geboren. Mit 18 Jahren belegt sie den zweiten Platz bei der Wahl der „Miss Manila“. 1955 begegnet sie Ferdinand Marcos, den sie nach nur elf Tagen heiratet.  Dies ist eine Verbindung der zwei mächtigsten und einflussreichsten Familienclans der Philippinen. Ferdinand Marcos gewinnt 1965 die Präsidentschaftswahlen und 1969 durch Stimmenkauf auch ein zweites Mal. Vor dem nächsten Wahlgang verhängt Ferdinand Marcos 1972 das Kriegsrecht. Dies begründet eine Diktatur, in der Korruption, massive Menschenrechtsverletzungen, Kontrolle der Medien und das „Verschwinden“ von Oppositionellen an der Tagesordnung sind. Imelda Marcos überlebt ein Attentat mit elf Messerstichen. Sie beklagt sich über die Hässlichkeit des benutzten Messers. Die philippinische First Lady übernimmt repräsentative Aufgaben und empfängt Staatsoberhäupter der ganzen Welt, unter ihnen Ronald Reagan, Mao Zedong, Muammar al-Gaddafi und Fidel Castro. Als Gouverneurin von Groß-Manila übernimmt sie auch mehrere Ministerposten. Bei Empfängen mit Besuchern von hohem Rang stellt sie gern ihre Gesangskunst unter Beweis. Ihre außergewöhnliche Lebensführung und ihr luxuriöser Stil machen sie berühmt. Um die Philippinen als Hochburg für alles Schöne zu etablieren, lässt sie mehrere Kunstmuseen, Luxushotels und Kongresszentren errichten. Für die Ausrichtung eines internationalen Filmfestivals baut Imelda das Manila Film Center, das in nur 60 Tagen fertiggestellt werden soll. Nach dem Einsturz eines Gebäudeteils und der Verschüttung von mehreren Arbeitern werden diese, um den Eröffnungstermin einzuhalten, kurzerhand einbetoniert. 1986 wird Ferdinand Marcos gestürzt. Das Ehepaar flüchtet in die USA. Es wird vermutet, dass sie über die Jahre neben Kisten von Schmuck und Gold auch rund neun Milliarden Dollar aus dem Land schaffen konnten. Ferdinand Marcos stirbt 1989 auf Hawaii. Seine Frau lässt ihn in einem gekühlten Glassarg einbalsamieren. Ein Ehrengrab auf dem Heldenfriedhof von Manila wurde lange verweigert. Erst im November 2016 wurde er dort beigesetzt. Imelda Marcos kehrt 1991 nach Manila zurück. 2010 wird sie in den Senat gewählt. Ihr Sohn Ferdinand jr. und ihre Tochter Inee besetzen ebenfalls hohe politische Ämter. Über 100 Korruptionsverfahren gegen Imelda Marcos blieben bisher ohne eine Verurteilung. 

 

Leila Ben Ali
Leila Trabelsi (geb. 14.10.1956), die gelernte Friseurin, heiratet 1992 Zine el-Abidine Ben Ali, der durch einen Putsch 1987 seinen Vorgänger als Präsident Tunesiens ablöste. Der Ben Ali- und Trabelsi- Clan beherrscht danach die gesamte Wirtschaft Tunesiens, vom Finanzwesen über den Tourismus bis zum Immobilienmarkt. Die zehn Geschwister Leilas steigen in Spitzenpositionen auf, Korruption ist das herrschende System. Leila Ben Ali wird auch die „Regentin von Karthago“ genannt. Ende 2010 (Arabischer Frühling) kommt es zu Massenprotesten. 2011 wird der Präsident Ben Ali gestürzt. Mit geschätzten 1,5 Tonnen Gold (ungefähr 45 Mio. Dollar) flieht Leila Ben Ali nach Dubai, wohin schon vorab weitere Millionenbeträge geflossen sein sollen. Ben Ali und seine Frau werden in Abwesenheit wegen Veruntreuung von Staatsvermögen zu je 35 Jahren Haft verurteilt. Leila Ben Ali weist alle Vorwürfe von sich und behauptet, dass sie den Palast ohne Geld, Schmuck, Pass oder Kleidung verlassen musste.

Die Figur der Frau Leila wurde auch durch Asma al-Assad und Suzanne Mubarak inspiriert. 

Asma al-Assad
Geboren am 11.8.1975 in London, studiert anfangs der 90er Jahre Informatik und französische Literatur am King`s College in London, wo sie auch ihren späteren Mann, den Medizinstudenten Baschar al-Assad kennenlernt. Das Paar heiratet im Jahr 2000, im selben Jahr wird Baschar al-Assad auch syrischer Staatspräsident.  Asma al-Assad wird in der internationalen Presse als Vertreterin einer offenen syrischen Gesellschaft gefeiert. 2011 beginnen die Proteste im Land. Während des bis heute andauernden Bürgerkrieg mit hunderttausenden von Toten und Millionen Flüchtlingen steht Asma treu an der Seite ihres Ehemannes.

Suzanne Mubarak
Wurde am 28.2.1941 in al-Minya in Ägypten geboren. Sie ist mit dem ehemaligen ägyptischen Staatspräsidenten verheiratet und war von 1981 bis 2011 First Lady von Ägypten. Sie erhielt die Ehrenmedaille der Freien Universität Berlin (2003) und die Ehrenbürgerwürde der Universität Stuttgart (2004) für ihre Verdienste um die Ausbildung junger Menschen und die Rechte der Frauen. Nach dem Sturz Mubaraks 2011 wird gegen Suzanne Mubarak ermittelt wegen Veruntreuung und illegaler Bereicherung. Über mehrere Wohltätigkeitsstiftungen sollen Bestechungsgelder geflossen sein.

 

Gottfried
Theresia Walser bringt Gottfried ins Spiel. Ein Dolmetscher. Zuerst übersetzt er nur, dann nimmt er sich kleine Freiheiten und fängt an zu interpretieren. Später umschifft er gekonnt und diplomatisch einige Klippen und nutzt seine kleine Macht. Er verharmlost, er spitzt zu, er jongliert, er verschlankt und er steigert, wie er es für richtig hält. Doch nach und nach wird er selbst in die Geschichte hineingezogen und ist selbst betroffen. Er verliert seine Souveränität und die Kontrolle über das Gesprochene. Er ist kein neutraler Übersetzer mehr. Nur noch der Beginn der Pressekonferenz kann ihn retten.

„Wenn ich übersetze, weiß ich im selben Augenblick schon nicht mehr, was ich übersetze. Ein Dolmetscher kann sich seinen Kopf ja nicht mit diesem ständigen Geschwätz……“  (Gottfried)

„Ich sitze auf dem harten Stuhl. Der Dolmetscher sitzt weltweit immer auf harten Stühlen. Besser gesagt, ich sitze immer zwischen den Stühlen. Der Stuhl zwischen den Stühlen ist mein Stuhl“ (Gottfried)

„Stalin musste auch immer wieder einen seiner Dolmetscher erschießen lassen“ (Margot) 

 

 

Presse

kommt noch 

 

 

Personen

Die Personen und Ihre Darsteller

Gottfried

Detlef Bengs
Frau Margot Hilde Butz
Frau Imelda Renate Kraus
Frau Leila Sandra Lutz
 
 Im Hintergrund
Heike Bengs  Sektbar Organisation 
FSG Vorverkauf und Abendkasse
Luisa Buckmann Kostüme
Gerald Hacker Technik
Monika Kruse Souffleuse
Günter Kraus Bühnenbild 
Ruth Nowack Maske
Detlef Bengs Plakat, Programm, Internet
Roberto Pugliatti Fotos
Freunde und Mitglieder Sektbar
 

Bilder

 

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